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Allgemein gültige Regeln für verständliche Texte

Voraussetzung für eine erfolgreiche Vertragsverhandlung, wie auch für die Umsetzung der erarbeiteten Regeln, ist die Verständlichkeit der Inhalte.
Eine durchschnittlich begabte Person sollte Maßstab für die Verständlichkeit sein. Das durchschnittliche Kurzzeitgedächtnis kann Sätze nicht mehr verstehen, die mehr als sieben Objekte und 22 Wörter umfassen.

Der folgende Leitfaden bietet hilfreiche Regeln an, wie die Verständlichkeit von Texten verbessert werden kann.

Was willst Du sagen?

Halte in Stichwörtern und Skizzen fest, welche Regelungszusammenhänge verdeutlicht werden müssen bzw. welche tatbestandlichen Voraussetzungen zu welchen Rechtsfolgen führen sollen! Danach erstellst Du einen ersten Formulierungsentwurf. Hinterfrage ihn kritisch!

Redaktionelle Empfehlungen für eine allgemein verständliche Ausdrucksweise

Überprüfe Wortwahl und Satzbau!

  • Verwende kurze Sätze! Ein Gedanke – ein Satz!
  • Kernaussagen an den Anfang!
  • Möglichst nur ein Hauptsatz und nicht mehr als ein Nebensatz!
  • Hauptgedanke im Hauptsatz!
  • Bevorzuge Verben! Vermeide Substantive!
  • Benutze kurze Wörter!
  • Vermeide Passiv, verwende Aktiv!
  • Verständlichkeit darf nicht zulasten der begrifflichen Präzision gehen.

Einheitliche Ausdrucksweise

Innerhalb eines Regelwerkes sollte eine einheitliche Sprachverwendung praktiziert werden, so dass derselbe Gegenstand immer durch denselben Begriff bezeichnet wird. Vermeide, dieselbe Sache mit verschiedenen Begriffen zu bezeichnen.

Redlichkeit

Die Wortwahl in Regeln muss »redlich« sein. Durch die Wortwahl dürfen Sachverhalte nicht beschönigt oder verschleiert werden. Z.B. darf eine Mieterhöhung nicht beschönigend als Mietanpassung bezeichnet werden, wenn klar ist, dass eine Mietsenkung unwahrscheinlich ist.

Fachbegriffe

Die Verwendung juristischer oder kontextbezogener Fachbegriffe, sollte einer gemeinsprachlichen Ausdrucksweise vorgezogen werden, wobei stets zu prüfen ist, was genau ein Fachbegriff aussagt und ob auch genau das gesagt werden soll.

Wortwahl

  • Vermeide Fremdworte aus anderen Sprachen (auch aus dem Lateinischen).
  • Vermeide Modeworte.
  • Prüfe, ob ein Wort mehrere Bedeutungen hat und ob dies zur Ursache von Missverständnissen werden kann.

Gleichstellung der Geschlechter

Verwende möglichst geschlechtsneutrale Personenbezeichnungen (Person, Mitglied, Hilfe, Kraft), geschlechtsneutrale Substantive (Prüfling, Flüchtling) oder geschlechtsneutrale Pluralbildungen (Angehörige, Sachverständige, Minderjährige).

Um die Verständlichkeit eines vorgelesenen Textes nicht zu beeinträchtigen, vermeide möglichst die sogenannte Sparschreibung und verwende die ausführliche Form.

Sparschreibung vermeiden

Statt: der/die BürgerIn, der/die SchülerInnen
Besser: Schülerinnen und Schüler, Bürger und Bürgerinnen

Gegliederter Textaufbau

Die wichtigsten Aussagen sollten immer am Anfang eines Satzes oder eines Absatzes stehen.

Ein folgerichtiger Aufbau und die klare Gliederung eines Textes tragen erheblich zum besseren Verständnis bei. Achte darauf, dass inhaltlich Zusammengehöriges zusammensteht und dass die Aussagen von der Hauptsache zu untergeordneten Sachverhalten fortschreiten, d.h. vom Grundsätzlichen zum Besonderen.

Stichtage und Fristen

Die Formulierung von Stichtagen muss eindeutig zum Ausdruck bringen, ob der jeweils genannte Tag einbezogen wird.

Weitere Informationen: Bundesministerium der Justiz, Handbuch der Rechtsförmlichkeit